Diagnose
Die exakte, klare Diagnose durch den Arzt ist die selbstverständliche Grundvoraussetzung für einen Tapeverband. Nur durch die eindeutige Feststellung der
Funktionsstörung kann die Basis für einen Funktionellen Verband gelegt werden.
Bei unklarer Diagnose niemals tapen!
Weil bei prophylaktischen Verbänden eine gefährdete, aber nicht gestörte Struktur geschützt werden soll, ist hier eine Diagnose nicht erforderlich; der Verband wird funktionsgerecht angelegt.
Indikation, Behandlungsziel
Eine
klare und eindeutige Bestimmung des Behandlungszieles folgt der
Diagnose und legt die Art des Verbandes sowie die Auswahl des
Materials fest.
Lagerung
Es
sollte immer die bestmögliche Lagerung für Patient
und Therapeut angestrebt werden, so daß der Patient nicht
unnötig belastet wird und der Therapeut frei arbeiten kann.
Material
Das Material muß
in entsprechender Qualität und Menge in Griffweite vorbereitet
sein.
Hautbehandlung
Die
Haut muß auf die Belastung durch den Verband entsprechend
vorbereitet und ggf. geschützt werden.
Gelenkposition bestimmen
Bestimmung und evtl. Korrektur
der Gelenkposition, abgestimmt auf den schmerzfreien Bereich
und der Schmerzsituation, erfolgen vor dem Anlegen des Verbandes.
Dadurch ergibt sich auch die Position der verletzten und unverletzten
Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder). Be- und Entlastung
sind zu beachten. Ausgangsbasis ist die Null- bzw. Funkionsstellung
der Gelenke. Diese sind individuell unterschiedlich und können
bei Sportlern erheblich von den „Normwerten“ abweichen. Prophylaktische
Verbände orientieren sich an der zu erwartenden Belastung.
Fixierung der Gelenkposition
Die
Gelenkposition wird für jeden Verband, abgestimmt auf die
jeweilige Situation, neu eingestellt. Der Patient hält die
vorgegebene Gelenkposition aktiv, ggf. kann passiv unterstützt
werden. Während des Anlegevorganges darf die Position nicht
geändert werden. Ausnahmen sind Verbände, die in Enlastung
begonnen und in Belastung beendet werden.
Schnelles, exaktes Anlegen
Nicht nur funktionelle,
sondern auch optisch ästhetische Aspekte sollten beim Anlegen
des Verbandes berücksichtigt werden. Jeder Verband ist für
den Patienten wie ein Kleidungsstück und für den Therapeuten
als Visitenkarte anzusehen.
Prüfung
des Verbandes
Jeder Verband muß nach dem Anlegen
unter aktiver Belastung, z.B. durch Gehen, auf seine Festigkeit
und Funktion hin überprüft werden. Dabei steht die
schmerzfreie Belastungsebene im Vordergrund.
Information
Der Patient muß über Zweck des
Verbandes, Belastbarkeit, Pflege und mögliche Komplikationen
aufgeklärt werden.
Kontrolle
Für
länger liegende Verbände kann eine Kontrolle nach einigen
Tagen erforderlich sein.
Schonendes
Abnehmen
Jedes Abnehmen eines Verbandes belastet die Haut
mehr oder weniger stark, der Verband sollte deshalb so schonend
wie möglich abgenommen, bzw. gewechselt werden. Bei extrem
sensiblen Patienten kann der Verband ggf. mit Benzin aufgeweicht
werden, die Reste der Klebemasse lassen sich leicht mit Benzin
entfernen.
Quelle: BSN medical GmbH D-22771 Hamburg Germany